Weißtenoch? Es gab eine Zeit, da war häufiges Telefonieren nicht nur richtig teuer, sondern auch gesundheitsgefährdend. Denn man konnte sich buchstäblich „die Finger wund wählen“. Und zwar mir dem Dreh- oder Wählscheibentelefon, bei dem man gegen ziemlichen Widerstand mit dem Finger die Zahlen „erdrehen“ musste. Lange Telefonnummern (damals zum Glück noch relativ selten) waren der Horror! Vor allem, wenn man öfter probieren musste, weil besetzt war. (Rückruftaste? Fehlanzeige!) Immerhin: dafür war das Teil noch so mechanisch und elektrisch (und schnurgebunden), dass man sich um irgendwelche Strahlen noch keine Sorgen zu machen brauchte.
Und trotzdem: Mann, war ich froh, als sich in den 1980ern die Tastentelefone durchzusetzen begannen. Und was war ja auch sooo modern! (Trotzdem: Teuer war das Telefonieren da immer noch! Die Post und später die Telekom haben tüchtig zugelangt, solange es ihre Monopolstellung zuließ.)

Und… es geht noch! Habe noch ein "FeTap61" (in 70er-Jahre Orange) der Deutschen Bundespost, den ich bei der Installation meines neuen "Speedport W723V" DSL-Routers spasseshalber mal an den Telefoneingang angeschlossen habe: Und siehe da, der W723V "de-emuliert" sogar noch (oder wieder?) problemlos das "Klack… KlackKlackKlack… KlackKlack…KlackKlackKlack…" des alten Pulswahlverfahrens… War irgendwie unheimlich: Im Jahr 2011 mit dem Wählscheibentelefon aus den 70ern per Voice Over IP zu telefonieren!
Hachja und ganz schlimm bei diesem Telefon damals einen dazugehörigen Vater, der sauer war weil meine beste Freundin nach München gezogen ist. Was kann ich denn dafür, dass die Telekom damals richtig Gebühren kassierte, ich 14 war und doch weiter wie bisher mit meiner Freundin quatschen wollte. Er drehte einfach den Hörer unten und oben auf und nahm das Innenleben mit ins Büro. Telefonieren ging dann erst abends wieder, wenn er von der Arbeit kam *seufz*