Weißtenoch?

Das Retro-Blog

Ritsch-ratsch klick!

Weißtenoch? Damals in den Siebzigern, als noch auf Film fotografiert wurde? Auf Filmkassetten gar, die in superkompakte Fotoapparate gepasst haben: die sogenannten Pocketkameras. Die gab’s von Agfa (Foto), Kodak, Pentax, Minolta, Nikon und vielen anderen. Ich hatte eine Revue (eine Marke von Quelle †) minimatic pocketflash. Und ich habe sie geliebt und benutzt, bis sie auseinanderfiel. Die hatte sogar schon einen integrierten Blitz, während andere immer noch diese Blitzwürfeldinger oben draufklicken mussten.

Der gut vermarktete Slogan „Ritsch-ratsch klick!“ bewarb den einzigartigen Mechanismus, durch Zusammendrücken („ritsch“) und wieder Auseinanderziehen („ratsch“), den Film ein Bild weiter zu transportieren, um so schnell ein weiteres Foto schießen zu können („klick!“). Zusammengedrückt waren im übrigen Objektiv und Sucher verdeckt, und die Kamera war bequem transportbereit für die Hosentasche.

Kaum zu glauben, aber selbst für dieses kleine Format gab es Diafilme (die ich Depp tatsächlich oft gekauft und verwendet habe). Natürlich brauchte man dafür dann entweder spezielle Projektoren oder Adapterrähmchen. Was für ein Aufwand! Aber in den Siebzigern dachte man eben, dass Dias das Nonplusultra und die Zukunft seien. Und das hat man heute davon: zahlreiche Diakästen, die im Schrank oder auf dem Speicher verstauben, weil man sie mangels Projektor nicht mehr schauen kann – oder es einfach zuviel Aufwand wäre.

Auf dem Höhepunkt ihrer Marktpräsenz hielten die Pocketkameras übrigens laut Wikikpedia einen satten Marktanteil von rund 40 Prozent. Aber schon Anfang der 1980er wurden die Pocketkameras von kompakten Kleinbildkameras verdrängt und verloren schlagartig an Bedeutung. Schade gottseidank.

Geschrieben von Ralf Heinrich, abgelegt in Elektronik & Technik und bisher ein Kommentar

1 Kommentar zu “Ritsch-ratsch klick!”

  1. C. Corleis sagt:

    Ach ja, die habe ich auch noch: Eine "Kodak Pocket Instamatic 100" von 1972. Das erste Modell, dass damals für den kleinen Instamatic-Film rauskam. 1976 (da war ich 11) gekauft, ist sie immer noch komplett mit Originalverpackung, Anleitung, Blitzwürfel und einem aufgesparten Pocket-Film.
    Kurz nachdem ich erfuhr dass die Herstellung der Instamatic-Filme eingestellt wurde, habe ich 2006 in einem Anflug von Nostalgie nochmal den letzen Film damit verknipst.

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