Weißtenoch?

Das Retro-Blog

Pariser

Weißtenoch? Damals? Als es noch kein AIDS gab? Und dich dein Frisör nach dem Haareschneiden beim Bezahlen an der Kasse fragte, ob es denn sonst noch etwas sein dürfe?

Die Alternative waren Apotheken, was aber zu peinlichen Situationen führen konnte, allein der Sprachlosigkeit wegen.

Heute? Ja, heute soll es ja Menschen geben, die nicht mal Probleme haben, das Ding an sich in den Mund zu nehmen. Damals ging uns nicht mal das Wort über die Lippen.

Pariser.

Ein Wort voller Assoziationskraft. Hach, was da nicht alles mitschwingt? Stadt der Liebe. Eiffelturm. Dieser Terminus ließ einen schon beim Gedanken daran erröten, so stark war seine erotische Verruchtheit – und seine “Farbe” war ausnahmslos “Fleisch”.

Doch die Zeiten, in denen man zumindest kurzzeitig die Augenbrauen, ggfs, sogar die Mundwinkel einer Kassiererin in einer Drogerie durch den ausschließlichen Kauf von zwei Flachen Sekt und einer Familienpackung Präservativen in Bewegung, Wallung gar bringen konnte, sind längst passé.

Heute spricht man nüchtern, technisch und politisch korrekt von Kondomen – und das treibt wahrlich keinem mehr die Schamesröte ins Gesicht.

Heute sind sie ja auch kein Produkt mehr zur Schwangerschaftsverhütung (Sex = iih), sondern dienen der Prävention (Gesundheit = aah).

Dass die Dinger inzwischen bunt und mit Aromen versehen sind, ist rein psychologisch sowohl interessant als auch mit Vorsicht zu genießen, wobei – das ist hier das falsche Verb.

Naja, wie dem auch sei … Heute sind nicht mehr unter der Ladenteheke, sondern ganz offen erhältlich. Überall. Und in Deutschlands größter Drogeriekette auch ganz einfach zu finden – neben den Ohrstöpseln.
:-)

Geschrieben von Heiko Walkenhorst, abgelegt in Mode & Lifestyle und bisher keine Kommentare

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