Weißtenoch?

Das Retro-Blog

Langer Samstag

Weißtenoch? Herrjeh, was war das immer für eine Hektik. Vor allem, als wir samstags keine Schule mehr hatten. Bis dahin war ja Samstag klassisch Werktag, aber dann war auch schon Samstag ausschlafen angesagt – eigentlich. Dummerweise machte nur die Geschäfte allesamt um spätestens um zwei zu.

Um zwei! Mittags! Also 14 Uhr. Das war nicht nur für Studenten schwer, die es dummerweise nicht ganz gepackt haben, solange wach zu bleiben, bis die Geschäfte öffneten. Als sie aufwachten, war tiefstes Wochenende. Und früher gab es an Tankstellen nicht viel mehr als Kraftstoffe käuflich zu erwerben.

Heute wäre aber eine Ausnahme. Heute wäre „Langer Samstag“.

15 Stück gab es davon im Jahr. Das waren neben den vier Samstagen vor dem Advent der jeweils erste Samstag im Monat (so wie heute).

Da hatten die Geschäfte fast so lange auf wie von Montag bis Freitag. Fast. Also bis 18:00 Uhr. (Ansonsten schepperte es 30 Minuten später aus den Lautsprechern „Danke für Ihren Einkauf!“)

Danach gab es auch für eine Zeit den „langen Donnerstag“. Da durften die Geschäfte bis 20 Uhr öffnen. – Also bis zu einer Zeit, wenn heute die sogenannte „kreative Klasse“ aus ihren Ställen schleicht, ohne sich den Spruch anhören zu müssen: „Sag mal, hast’n halben Tag Urlaub?“

Geschrieben von Heiko Walkenhorst, abgelegt in Allgemein und bisher (4) Kommentare

4 Kommentare zu “Langer Samstag”

  1. urrmeli sagt:

    Wann war das eigentlich mit dem "Langen Samstag"?

    Ich kann mich nur noch gut an die Einführung des "SchlaDo" erinnern ("Schöner langer Donnerstag" aus Sicht der Kunden, "Schei.. langer Donnerstag" aus Sicht des Verkaufspersonals). Zu der Zeit hatte ich studiert, das muss Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger gewesen sein.

    Irgendwann durfte dann jeder Abend (Mo-Fr) "schön lang" sein, aber längst nicht alle Geschäfte haben das auch gemacht. Das führte dann dazu, dass in der Innenstadt ein Laden bis 19 Uhr geöffnet hatte, der nächste bis 18:30, dann einer (ganz mutig) bis 20:00, der Nachbar aber nur bis 18:00.
    Konsequenz (wohl nicht nur für mich): Sinnlos, nach 18 Uhr zum Shoppen zu fahren, die Läden, in die man will, haben eh zu.

    Inzwischen bin ich sehr froh, dass zumindest die Supermärkte "außerhalb" bis 20 Uhr geöffnet haben, weil ich sonst unter der Woche überhaupt nicht zum Einkaufen käme (pendle 45km zur Arbeit).

  2. Sue sagt:

    An diese Zeit kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Vor allem an die Diskussionen von Gewerkschaften und Betriebsräten. Aber auch an die vielen, ausgesprochen unzufreundlichen Donnerstag-Abend-Samstag-Nachmittag Verkäuferinnen.
    Ich fand es einen großen Gewinn auch mal zu diesen ´ungewöhnlichen` Zeiten einkaufen zu können.

    Gruss sue

  3. drkall sagt:

    Feie Samstage in der Schule wurden bei uns stückchenweise einführt. Zunächst war nur ein Samstag frei, dafür hatten wir an den anderen 3en Zeitstunden statt 45min, was sich nicht sehr lange hielt, weil man offenbar merkte, dass das der Motivation der Schüler am Samstag nicht sehr förderlich war. Irgendwann waren dann alle Samstage frei und irgendwie schien es auch so zu gehen ;-)

  4. mittelhesse sagt:

    Die so genannten freien Sonnabende kamen nicht überall gut an: Auch wenn heute (in Hessen) die Schulen mehr Freiheiten bekommen sollen (Budget, Personal etc.) in einem waren sie schon immer frei. In der Gestaltung der Stundenpläne. Als der freie Sonnabend einegführt (zuerst nur einer), hieß das für manchen von uns, dass am Sonnabend dann genauso lange Schule war wie anderen Tagen (Zwei Uhr Nachmittags war man dann Zuhause), während andere Glück hatten und nach der zweiten wieder abrauschen durften (wobei sich gerade die Schüler, die mit dem Bus kamen, fragten, wieso sie jetzt überhaupt kommen mussten). Als schließlich der Sonnabend komplett schulfrei war, war dann (zumindest an unserer Schule) die so genannte Nullte Stunde eingeführt worden (Unterrichtsbeginn 7 Uhr), in der Regel für Fächer wie Dritte Fremdsprache, Wahlpflicttfächer, irgendwelche freiwillige Sachen – die sonst immer am Sonnabend lagen. Das heißt, daß sich nicht unbedingt jeder und alle über die Neuerung freute.

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